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LGV 3 Walhorn - Chênée


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 Steckbrief
 Betrieb
 Bau der Strecke
 Streckenbeschreibung (Bilder)

Steckbrief:

Eröffnung:
Walhorn - Chênée:  14.06.2009 (Infrabel)  32 km
2009 elektrischer Zugbetrieb mit 25kV~

Betrieb:

Im Fernverkehr wird die Strecke ausschließlich von fünf Thalys-Zügen Paris - Köln/Essen - Paris sowie sechs bzw. sieben ICE3-Zugpaare von Frankfurt/M via Köln nach Brüssel und zurück befahren.

Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke Liège - Aachen

Im Rahmen der Hochgeschwindigkeitsverbindung Paris - Köln entstand von Brüssel über Leuven und Liège zur deutschen Grenze bei Aachen eine insgesamt 150 km lange Schnellfahrstrecke (Höchstgeschwindigkeit 300 km/h).
Von Brüssel kommend verläuft die Strecke östlich von Leuven auf einer neuen Trasse, um westlich von Liège bei Voroux wieder an die bestehende Strecke (Linie 36) anzuschließen. Der Bahnhof Liège-Guillemins wurde komplett neu erbaut, erhielt breitere Bahnsteige sowie eine höhere Einfahrgeschwindigkeit.
Östlich von Liège in Richtung der belgisch-deutschen Grenze wird die Neubaustrecke bis Walhorn (ca. 32 km) über eine neue Trasse geführt (vgl. Karte). Die Neubaustrecke zweigt bei Chênée von der alten Strecke 37 ab und verläßt das Vesdre-Tal mittels des längsten Tunnels Belgiens (Tunnel von Soumagne, 6243 m). Die Einfahrt des Tunnels liegt bei der Ortschafte Vaux-sous-Chevremont (Gemeinde Chaudfontaine), die Strecke überwindet im Tunnel eine Höhendifferenz von 150 Metern und erreicht bei Ayeneux (Gemeinde Soumagne) auf dem Plateau de Herve das Tageslicht. Zwischen Ayeneux und José nähert sich die Strecke der Autobahn E40. Die Trasse verläuft in diesem Abschnitt durch dichtbesiedeltes und hügeliges Gebiet, was eine größere Anzahl kleinerer Kunstbauten erfordert. Ab José verläuft die Neubaustrecke südlich parallel zur Autobahn E40 in Richtung Welkenraedt. In José, Herve und Battice entstanden Viadukte von 405, 470 und 1300 Metern Länge. Die neue Trasse umgeht Welkenraedt südlich entlang der E40 bis nach Walhorn. Dort wird die E40 in einem Einschnitt unterfahren und die Neubaustrecke schließt unmittelbar südlich der Hammerbrücke wieder an die bestehende Strecke 37 an.
Die Neubaustrecke wurde - abweichend vom sonst in Belgien üblichen System (3kV=) - mit 25kV~ elektrifiziert. Die Systemwechsel zwischen 3kV= und 25kV~ wurden am westlichen Beginn der Neubaustrecke bei Liège im Bahnhof Chênée, am östlichen Ende bei Walhorn realisiert. Die Neubaustrecke ist mit dem Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System), Level 2 ausgestattet. Der Neubauabschnitt Liège - Walhorn lässt eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h zu und wird ausschließlich von Hochgeschwindigkeitszügen (ICE, seit Dezember 2009 auch TGV/Thalys) befahren, während im Abschnitt Brüssel - Liège (vmax 300 km/h) darüber hinaus auch innerbelgische lokbespannte IC-Züge mit bis zu 200 km/h verkehren.
Auf deutscher Seite wurde die bestehende Strecke zwischen der Landesgrenze und Aachen Hbf durch Neubau des Buschtunnels unter dem Aachener Wald sowie Linienverbesserungsmaßnahmen ausgebaut, wodurch eine Anhebung der Streckenhöchstgeschwindigkeit von derzeit 110 km/h auf 160 km/h ermöglicht wurde.

Neubaustrecke Liège - Aachen Karte (219 KB): Verlauf der Neubaustrecke zwischen Liège und der deutschen Grenze bei Aachen. [Quelle: SNCB/NMBS, nachbearbeitet durch Jeroen Rozema]

Verlauf der Arbeiten:
Der Abschnitt Leuven - Voroux (6 km westlich von Liège) wurde bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2002 in Betrieb genommen.
Im Abschnitt Chênée - Walhorn wurde im November 2001 mit den Arbeiten am 6,2 km langen Tunnel von Soumagne begonnen. Insgesamt mussten dazu über 800.000 Kubikmeter Erdreich abgefahren werden. Um den Baufortschritt zu beschleunigen erfolgte der Angriff über die beiden Portale und zusätzlich von einem Zwischenangriff in Tunnelmitte bei Bay Bonnet (süd-östlich von Fléron).
Seit Frühjahr 2002 wurde auch mit Erdarbeiten und mit dem Bau von Straßenüberführungen sowie der Viadukte für die Schnellfahrstrecke entlang der Autobahn E40 begonnen.
Bereits im Verlaufe des Jahres 2008 waren die Arbeiten auf der gesamten Länge zwischen Chênée und Walhorn im Prinzip fertiggestellt und die Strecke war betriebsbereit. Trotzdem konnte der Abschnitt Liège - Walhorn erst im Juni 2009 in Betrieb genommen werden. Einer früheren Nutzung der neuen Infrastruktur stand der Mangel an ETCS-Level-2-fähigen Triebfahrzeugen entgegen. Entsprechend ertüchtigte ICE-Garnituren waren erst Mitte 2009 in ausreichender Anzahl verfügbar sein, bei den Thalys-Garnituren dauerte es gar bis Ende des Jahres 2009.

Streckenverlauf:

 Bei Walhorn zweigt die LGV 3 von der Altbaustrecke Aachen - Liège (Strecke 37) ab.
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Unmittelbar nach dem Abzweig der LGV 3 von der Altbaustrecke an der Hammerbrücke überquert die Neubaustrecke die Presterbrücke.
[Bild: DB 406 007 als ICE 14 (Frankfurt/M - Bruxelles/Brussel) am 11.03.2015 bei Hauset, © Stefan von der Ruhren.]
 In Chênée erreicht die LGV 3 wieder die Altbaustrecke Aachen - Liège (Strecke 37).


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© 2017   Stefan von der Ruhren, aktualisiert am 05.02.2017 RSS-Feed Impressum / Urheberrecht / Haftungsausschluss